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Stadt Memmingen:Sporthalle Reichshainschule

Neubau Sporthalle Reichshainschule

Neubau feierlich eröffnet

03. 02. 2026

Der Neubau der Turnhalle des Sonderpädagogischen Förderzentrums Memmingen wurde nach zweijähriger Bauzeit feierlich eröffnet. „Wir haben die große Freude, nach der Eröffnung der Edith-Stein-Schule heute ein zweites großes Bauprojekt im Bereich der Schulen einzuweihen: Die neue Sporthalle der Reichshainschule ist eine Turnhalle der Extraklasse“, würdigte Bürgermeisterin Margareta Böckh bei der Eröffnungsfeier. Sie dankte den rund 40 baubeteiligten Firmen, von denen viele aus der Region kommen. Die Kosten für den Neubau liegen bei rund 8,9 Mio. Euro, wobei rund 2,2 Mio. Euro durch den Freistaat Bayern gefördert werden.

Die Eröffnungsfeier in der vergrößerten Einfeld-Halle wurde von Konrektorin Andrea Karasch moderiert und von den Schülerinnen und Schülern der Reichshainschule lebendig und fröhlich gestaltet. Ein Chor mit rund 80 kräftigen Stimmen sang „Heute feiern wir ein Fest“, die Tanzgruppe präsentierte einen temperamentvollen Flashmob, und die Schülerinnen und Schüler aus dem Hauswirtschaftskurs hatten leckere Baguette für den Stehempfang vorbereitet. Vertreterinnen und Vertreter der Memminger Sportvereine, der Memminger Schulleitungen und der Baufirmen waren bei der Turnhalleneröffnung mit dabei.  

„Heute ist ein Tag der großen Erleichterung und Freude“, betonte Schulleiter Willi Seitz. In den vergangenen 6 ½ Jahren mussten alle Klassen der Reichshainschule von der 1. bis zur 9. Jahrgangsstufe für die Sportstunden ins BBZ, was wertvolle Zeit und Logistik forderte. „Doch jetzt ist Schluss mit der Fahrerei.“ Sportunterricht sei gerade in der Sonderpädagogik weit mehr als nur Bewegung, erklärte der erfahrene Pädagoge. „Sport trägt zur ganzheitlichen Entwicklung bei, indem Motorik und gerade auch soziale und emotionale Kompetenzen gezielt gefördert werden. Sport trägt gerade bei uns zu persönlichem Wachstum bei, weil unsere Kinder hier Selbstwirksamkeit erfahren, Gemeinschaft erleben und persönliche Erfolge feiern, die ihr Selbstvertrauen stärken.“ 

Trotz aller Einschränkungen haben die Schülerinnen und Schüler auch in den vergangenen Jahren das Deutsche Sportabzeichen errungen oder auch tolle Erfolge im Basketball und Fußball auf Bezirksebene gefeiert, erklärte Willi Seitz. Der Schulleiter dankte der Stadt Memmingen für die Investition in den Turnhallenneubau. „Es ist nicht nur eine Investition in Steine und Hallenböden, sondern in die Gesundheit, die Teilhabe und die Entwicklungschancen unserer Schülerinnen und Schüler. Sie haben damit ein klares Zeichen gesetzt, welchen Stellenwert die Schulen und der Sport in unserer Stadt genießen.“ 

Den kirchlichen Segen für die neue Sporthalle erteilten Kaplan Sebastian Fuchs von der katholischen Pfarreiengemeinschaft Memmingen und Pfarrer Claudius Wolf von der benachbarten Kirche Unser Frauen. 

Martin Kopp von f64 Architekten (Kempten) und Friedrich Hönicke von alerolesch Freiraum Landschaftsarchitekten (München) erläuterten Eckpunkte der Baumaßnahme: 

  • Die 27m x 18m große Einfeld-Halle kann durch einen Trennvorhang in zwei Kleinfeld-Hallen unterteilt werden. 
  • Es gibt Kletterstangen, Schaukelringe, Sprossenwände, absenkbare Basketballkörbe und vieles mehr. 
  • Das Gebäude ist mehrere Meter ins Erdreich abgesenkt. Dadurch wirkt das Gebäude vom Park aus gesehen niedriger - bei voller Raumhöhe der Halle. Das Gebäude wirkt transparent und leicht.
  • Der elastische Sportboden hat einen dunklen Linoleumbelag. Dieser bildet einen gut erkennbaren Kontrast zur farbigen Spielfeldmarkierung.
  • In den Scheiben der Glasfassade sind eine Sonnenschutztönung und eine Vogelschutzrasterung integriert. Das für Menschen unauffällige Punktraster wird von Vögeln wahrgenommen. 
  • Das Gebäude ist ein Effizienzhaus 40. Die Halle wird über eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung belüftet. Der Strom dazu kommt von der Photovoltaikanlage auf dem Dach.
  • Die Wärmeversorgung der Sporthalle erfolgt über eine Grundwasser-Wärmepumpe und Pufferspeicher. 
  • Der alte Baumbestand rund um die Halle wurde während der Bauarbeiten sorgsam geschützt. 
  • Die Flächen rund um die Turnhalle bieten Fahrrad- und Rollerabstellplätze sowie Aufenthalts- und Grünbereiche. Ökopflastersteine gewährleisten eine hohe Regenwasserversickerung. Die Dachflächen wurden begrünt und mit Totholz und Sandgruben versehen, was die biologische Vielfalt unterstützt. 

Chronologie des Neubaus 
10.10.2019     Antrag auf schulaufsichtliche Genehmigung bei der Regierung von Schwaben 
07.12.2020     Stadtratsbeschluss zur Durchführung eines Realisierungswettbewerbs 
11.12.2020     Auslobung des Realisierungswettbewerbs 
09.06.2021     Preisgericht nichtoffener Realisierungswettbewerb 
07.12.2021     Auftragserteilung an die Planer f64 Architekten (Kempten) und adlerolesch Freiraum (München) 
09.12.2022     Antrag auf Baugenehmigung 
15.12.2022     Antragstellung bei der Regierung von Schwaben für die Hochbauförderung nach Art. 10 BayFAG.
06.01.2023     Zustimmung des Bauausschusses 
31.07.2023     Antragstellung bei der Regierung von Schwaben für die Förderung von langfristig gebundenem Kohlenstoff in Gebäuden in Holzbauweise in Bayern nach BayFHolz. 
11.10.2023    Baugenehmigung 
19.01.2024     Spatenstich und Baubeginn 
21.11.2024     Richtfest 
03.02.2026    Einweihung

Richtfest gefeiert

21.11.2024

Anfang 2024 begannen die Bauarbeiten für den Neubau einer erweiterten Einfeld-Sporthalle für die Reichshainschule, das Sonderpädagogische Förderzentrum Memmingen. Ein großer Teil der Bauarbeiten konnte in diesem Jahr bereits erledigt werden und der Rohbau steht. „Es ist ein ganz besonderes Projekt. Nach oben bauen wir öfter, aber eine Turnhalle im Boden zu versenken, das gibt es nur selten. Wir sind ein gutes Stück weiter mit diesem tollen Bauprojekt im Herzen unseres Grüngürtels um die Altstadt“, erklärte Oberbürgermeister Jan Rothenbacher beim Richtfest. 

Rainer Lindermayr, Geschäftsführer von F64 Architekten und Stadtplaner (Kempten), dankte den am Rohbau beteiligten Firmen für ihre hervorragende Arbeit. „Wir errichten einen gläsernen Pavillon, der relativ unscheinbar im Parkgelände steht. Die für eine Sporthalle erforderlichen Funktionsräume werden unterirdisch angeordnet, damit die Kubatur klein bleibt und das Gebäude sich harmonisch in die Umgebung einfügt“, beschrieb Lindermayr die Baumaßnahme. „Ich freue mich als Architekt, in diesem Holz-Massiv-Hybridbau ein wertiges Gebäude für die Schulkinder und die Sportvereine zu errichten.“ 
 
„Wir freuen uns sehr, wenn wir im kommenden Jahr die neue Turnhalle in Betrieb nehmen können“, bekräftigte Willi Seitz, Schulleiter des Sonderpädagogischen Förderzentrums Memmingen. „Es entsteht eine besondere Sporthalle für besondere Kinder auf besonderem Grund.“ Der Bau der neuen Turnhalle mitten um Stadtpark Reichshain wird voraussichtlich im Sommer 2025 abgeschlossen sein. 

„Ob Planer, Architekt und Ingenieur, Polier, Zimmerer und Monteur, ob Maurer, Schlosser, Kranbediener, Betonstampfer und Eisenbieger: Durch euren Geist und euer Machen wurde dieses Werk geschaffen“, wandte sich Philip Wehinger von Grossmann Bau (Rosenheim) im feierlichen Richtspruch an die Festgäste, unter denen neben den beteiligten Firmen auch einige Schülerinnen und Schüler der Reichshainschule waren. 

Die Belagsoberfläche des zukünftigen Schulhofs werde so gestaltet, dass möglichst viel Wasser im Boden versickern kann, erläuterte Friedrich Hönicke von adlerolesch Landschaftsarchitekten (München). Die Oberlichter der zukünftigen Umkleiden werden mit Hochbeeten umgeben. „Da haben die Kinder ordentlich was zu tun und können viel Spaß auf dem neuen Schulhof haben.“ 

Die Bauhauptarbeiten erledigte die Firma Filgis (Ottobeuren) mit Beton- und Stahlbetonarbeiten im Untergeschoss sowie Grundleitungen und einer Rigole zur Regenwasserversickerung. Geschäftsführer Georg Filgis beschrieb beim Hebauf die unfallfrei verlaufenen Arbeiten, bei denen mit großer Umsicht auf den alten Baumbestand in unmittelbarer Umgebung der Baustelle geachtet wurde. 

Die nächsten Schritte sind die Abdichtungsarbeiten der Fassade sowie der Beginn des Innenausbaus. Die Kosten liegen voraussichtlich bei rund 8,4 Mio. Euro. Der Bau wird mit ca. 2,2 Mio. Euro vom Freistaat Bayern gefördert. 

Zwischenstand Baustelle

September 2024

Der Baubeginn war im Februar 2024. Zunächst wurden tiefe Spundwände in den Boden eingelassen, um den Aushub der Baugrube zu ermöglichen. Nach Besei-tigung der Fundamente der ehemaligen Turnhalle, die sich noch in der Tiefe be-fanden, konnte mit der Gründung begonnen werden. Die Bauhauptarbeiten sind im September 2024 nun mit den Betonarbeiten des Untergeschosses fast abge-schlossen. Derzeit wird noch die Kanalisation verlegt. Anfang Oktober beginnen die Zimmererarbeiten und die Holzstützen sowie das Dachtragwerk werden aufgerichtet. Im Anschluss wird das Gebäude mit der Pfosten-Riegel-Fassade und den Abdichtungsarbeiten regendicht geschlossen. Ab November 2024 beginnen die Innenausbau- und Installationsarbeiten, die Freianlagen im Frühjahr 2025. Die Fertigstellung wird für Juli 2025 angestrebt.

Spatenstich für neue Turnhalle der Reichshainschule

22.01.2024

Es kann losgehen: Mit einem symbolischen Spatenstich wurde der Turnhallenneubau für die Reichshainschule gestartet. Auf dem Areal der früheren Turnhalle südlich des historischen Schulgebäudes im Reichshain soll eine moderne Einfeld-Turnhalle für den Schul- und Vereinssport entstehen. „In der Planung mussten der Bedarf von Schule und Sportvereinen, die Lage mitten im historischen Stadtgraben und die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt werden - das ist hervorragend gelungen“, betonte Oberbürgermeister Jan Rothenbacher beim feierlichen Spatenstich. Voraussichtlich bis April 2025 soll der Bau abgeschlossen sein. 

Im Jahr 2020 musste die alte Turnhalle der Reichshainschule, die aus dem Jahr 1962 stammte, wegen statischer Mängel abgerissen werden. Nun startet der Bau einer vergrößerten Einfeld-Turnhalle, die in zwei Kleinfelder teilbar ist. Das Besondere an der Planung erläuterte Architektin Amelie Martin (F64 Architekten, Kempten): Das Gebäude wird mehrere Meter ins Erdreich abgesenkt. Im barrierefrei zugänglichen Untergeschoss sind die Umkleiden und der Hallenbereich angesiedelt, eine verglaste Fassade im Erdgeschoss lässt Tageslicht in die Halle fallen. Durch die Versenkung der Halle bleibt das Gebäude vom Park aus gesehen niedriger bei voller Raumhöhe der Halle. Das Gebäude wird pavillonartig im Park stehen und optisch möglichst durchlässig sein. Für Fahrräder der Schülerinnen und Schüler entstehen 50 neue Radstellplätze, sowie zehn weitere Plätze für Vereine. 

Die Erschließung in das Foyer erfolgt für den Schulsport vom Schulhof aus, für den Vereinssport vom Park aus. Für die Wärmeversorgung ist eine Grundwasser-Wärmepumpe vorgesehen. Für den Luftaustausch sorgt eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die auch im Sommer zur Kühlung beitragen wird. Als energetischer Standard wird der Passivhausstandard angestrebt, mindestens jedoch die Energieeffizienzklasse 40. Auf nicht einsichtigen Bereichen des Hallendaches soll eine PV-Anlage mit ca. 60 m² die Stromversorgung für die Schule und Sporthalle unterstützen.

Weitere Dachflächen werden begrünt und mit Elementen versehen, die die lokale Biodiversität verstärken, führte Landschaftsarchitektin Birgit Ulm (Adlerolesch Landschaftsarchitekten, München/Kempten) aus. Eine Eiche musste im Zuge der Bauarbeiten gefällt werden, das Totholz verbleibe beispielsweise im Grünbereich als Raum für Insekten. Eine Ersatzpflanzung für den gefällten Baum werde es zudem im Schulhof geben. Die Grünflächen rund um die neue Turnhalle werden möglichst pflegeleicht gestaltet mit Rasenflächen, Blühwiesen und einigen Hochbeeten.

Die Kosten für den Turnhallenbau belaufen sich auf gut 7,45 Mio. Euro, davon werden 2,2 Mio. Euro durch den Freistaat Bayern gefördert und weitere 114.000 Euro über die KfW in der Kategorie „Klimafreundlicher Neubau Nichtwohngebäude“.

Planungen und Eckdaten

2022

Die neue Sporthalle an der Reichshainschule wird, analog zum Vorgängerbau, in der historischen Reichshain Parkanlage auf der Südseite der Schule positioniert. Der Neubau steht als transparenter Pavillon im Park und ermöglicht Blickbeziehungen.

Durch die tieferliegende Anordnung von Nutzflächen entsteht auf Parkebene ein durchgängiger Raum, der den Bestand des Schulgebäudes somit in seiner Gesamtheit wahrnehmen lässt. Die Sporthalle erhält ein Holztragwerk und ein begrüntes Biodiversitätsdach, das die Grünflächen des Parks ergänzt. Sie ist als vergrößerte Einfeld-Halle konzipiert, ein Trennvorhang macht eine Unterteilung in zwei Kleinfeld-Hallen möglich.

Das Energiekonzept sieht Effizienzhaus Stufe 40 mit Grundwasser-Wärmepumpe, Lüftungsanlage und Photovoltaikanlage vor. Nach Abschluss des dem Wettbewerb anschließenden VgV-Verfahrens ging das Architekturbüro F64 Architekten mit adlerolesch Landschaftsarchitekten als Sieger hervor, die mit den Planungsleistungen beauftragt wurden. Im Jahr 2022 wurden der Entwurf, der Förderantrag bei der Regierung von Schwaben und die Genehmigungsplanung fertiggestellt. 

Baubeginn:       Anfang 2024
Fertigstellung:  ca. Sommer 2025
Baukosten:       rund 7,45 Mio. €

Es werden Fördergelder aus der Projektförderung der Regierung von Schwaben, dem Bayerischen Holzbauförderprogramm und der KfW Förderung „Klimafreundlicher Neubau Nichtwohngebäude“ beantragt.

Architektur:   f64 Architekten, Kempten
Freianlagen:  adlerolesch Landschaftsarchitekten, München und weitere Fachplaner

Bau- und Geländebestand

2020 bis 2022